Malaria
Bedeutung:
Die Malaria ist eine akute tropentypische Infektionskrankheit, die häufigste
Tropenkrankheit und in Deutschland die bedeutendste Importkrankheit nach
Aussage des Robert-Koch-Instituts (1). Nach Schätzungen der WHO erkranken
weltweit jährlich mehr als 300 Millionen Menschen jährlich, 1 Million
Menschen sterben pro Jahr. 90% der Todesfälle treten in Afrika auf.
Auch Reisende sind von diesem Erkrankungsrisiko betroffen: warum auch sollte
die Anophelesmücke einen Europäer verschmähen. Im Jahr 2001 wurden in der BRD
ca. 1040 Malariaerkrankungen mit 8 Todesfällen registriert. Die Dunkelziffer
wird auf das 2-3fache geschätzt.
Erreger - Übertragungsweg::
Es gibt insgesamt vier verschiedene Malariaerreger (Plasmodien), die
unterschiedliche Formen der Erkrankung hervorrufen. Die gefährlichste Form ist
die Malaria tropica, verursacht durch das Plasmodium falciparum, die
unbehandelt u.U. rasch zum Tode führen kann.
Drei weitere Plasmodienarten führen zu einer Malaria mit meist milderem
Krankheitsbild: Plasmodium vivax und Plasmodium ovale sind die Erreger der
Malaria tertiana, Plasmodium malariae der Erreger der Malaria quartana.
Die Übertragung der Malaria erfolgt über einen Stich der weiblichen
Anophelesmücke. Mit dem Speichel der Mücke werden die Erreger in das
Blut des Menschen übertragen.
Die Übertragung ist auch durch Bluttransfusionen und Injektionsnadeln
möglich. Auch die schwangere Mutter kann die Infektion auf ihr ungeborenes
Kind übertragen.
Inkubationszeit:
Die Dauer zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung beträgt je nach Art
der Malaria 1 bis mehrere Wochen, mindestens jedoch 7 Tage.
Symptome:
Die Erkrankung beginnt oft plötzlich mit Kopf- und Gliederschmerzen,
Frösteln, Hitzegefühl und Fieber und gleicht anfangs oft einer Grippe.
Sie kann aber auch ohne Fieber oder mit Übelkeit und Erbrechen beginnen.
Gerade bei der gefährlichen Malaria tropica fehlen die sonst typischen
rhythmischen Fieberschübe, so dass die Gefahr einer Fehldiagnose groß ist.
Wird die Krankheit nicht frühzeitig behandelt, kommt es zu schwerwiegenden,
u.U. tödlichen Komplikationen mit Schädigung der inneren Organe (Herz, Nieren,
Magen-Darm-Trakt und der Lunge). Ein besonders schwerer Verlauf ist die
"zerebrale" Malaria mit Benommenheit, Bewußtseinstrübung, Koma und nicht
selten tödlichem Ausgang.
Eine Malaria tropica muß nicht tödlich enden!
Entscheidend ist es daran zu denken, rechtzeitig die Diagnose zu
stellen und adaequat zu behandeln! Dabei ist auch der Reisende gefordert,
der sich über das Malariarisiko des Reiseziels informieren, bei Erkrankung
den Arzt/Ärztin sofort aufsuchen und ihn über die Reise informieren muß.
Dann ist die Malaria in der Regel erfolgreich zu behandeln!
Diagnose - Therapie:
Die Diagnose der Erkrankung wird anhand einer mikroskopischen Untersuchung
des Blutes (Blutausstrich und Dicker Tropfen) gestellt. Die Art der
Behandlung richtet sich nach der Schwere des Befalls im Blut, nach der
Schwere der Erkrankung und nach der Resistenz der Erreger im jeweiligen
Reiseland.
Vorbeugung:
1. Grundsätzlich ist der Mückenschutz die Grundlage jeder Malariavorbeugung:
- bedeckende helle, ggfs. mit einem Insektizid (z.B. Nobite) imprägnierte Kleidung tragen
- Repellentien (Mückenabweisende Mittel) auf die unbedeckten Stellen der Haut schmieren
- imprägnierte Moskitonetze oder Klimaanlage benützen
- für mückenfreie Schlafräume sorgen, ggfs. mit einem Insektizid aussprühen (unter und hinter den Möbeln)
- Moskito coils (Räucherspiralen) zum Abbrennen verwenden
2. Einnahme von Malariamedikamenten:
Die Malariagebiete der Erde werden in unterschiedliche Risikogebiete eingeteilt.
Vorbeugend:
Bei Reisen mit hohem Infektionsrisiko ist es zusätzlich zum Mückenschutz
empfehlenswert, Malariamedikamente vorbeugend einzunehmen. Je nach Art der
Reise kann dies auch bereits bei mittlerem Risiko empfehlenswert sein. Das
muß im Beratungsgespräch mit dem beratenden Arzt diskutiert werden.
Aber auch eine adaequate und korrekt durchgeführte vorbeugende Einnahme von
Medikamenten schützt nicht zu 100% vor einer Malaria. Ein Restrisiko bleibt
immer und muß den Reisenden veranlassen, bei jeglicher Erkrankung ab dem 7.Tag
des Aufenthalts im Malariagebiet und noch lange Zeit nach Verlassen daran zu
denken und zu reagieren!
Als Notfallbehandlung:
Unter bestimmten Bedingungen kann es sinnvoll sein, ein Notfallmedikament mitzunehmen
für den Fall, dass bei Erkrankung kein Arzt rechtzeitig hinzugezogen werden kann.
In diesem Fall wird mit Hilfe des Notfallmedikaments (Stand by - Medikation) die
Erkrankung auf Verdacht so behandelt, als ob es eine Malaria wäre.
(1) Epidem. Bulletin 17/99
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