Ebola in Uganda
Stand: 21. Oktober 2000
In der Provinz Gulu im Norden Ugandas, ca. 360 Kilometer nördlich von Kampala, wurden in den vergangenen zwei Wochen über 30 Todesfälle unter dem Verdacht eines "hämorrhagischen Fiebers" (Fieber mit inneren Blutungen) gemeldet. Die staatliche Gesundheitsbehörde bestätigte, dass es sich um eine Infektion mit dem bekannten Ebolavirus handelt. Die Anzahl der derzeit Infizierten ist noch ungewiß und beruht auf Schätzungen
der Gesundheitsbehörden, da die Ausbreitung innerhalb der Region noch nicht unter Kontrolle und die Kontaktpersonen der Erkrankten und verstorbenen Patienten noch nicht vollständig erfasst sind. Einige Angehörige der Patienten sowie drei Studenten der Krankenpflege die mit den Kranken Kontakt hatten, sind bereits an der Infektion verstorben. Mit weiteren Todesfällen wird derzeit noch gerechnet.
Die meisten Erkrankungsfälle werden aus Rwot-Obillo (in der Aswaregion), Nord-Kasubi und Kabedo Opong gemeldet. Bekämpfungsmaßnahmen werden durch die örtliche Gesundheitsbehörde bereits durchgeführt und in den betroffenen Regionen verstärkt eingesetzt.
Ebola ist eine ernstzunehmende Virusinfektion. Die Erkrankung äußert sich in Fieber, Blutungsneigung und schweren Allgemeinsymptomen. Bei ca. 50 % der Erkrankten kann sie tödlich verlaufen. Grund dafür ist zumeist ein Verbluten und ein Versagen wichtiger Körperorgane. Die Körperflüssigkeiten sind hochinfektiös und für die Übertragung der Erkrankung durch engen Kontakt mit den Patienten verantwortlich. Eine Übertragung durch Anhusten (Tröpfcheninfektion) wird noch diskutiert, aber als unwahrscheinlich angenommen. Eine Übertragung durch Mücken ist nicht bekannt.
Schutzmaßnahmen bestehen in der Vermeidung von Körperkontakten mit den Erkrankten, sowie in der Vermeidung einer gemeinsamen Nutzung von Gegenständen (Essbesteck, Trinkgefäße, Hygieneartikel, etc.).
Bei entsprechenden Schutzmaßnahmen und vorsichtigen Verhalten ist das Infektionsrisiko für Reisen in diese Gebiete dennoch als gering einzuschätzen. Eine Einschränkung der Reisetätigkeit sollte im Einzelfall geprüft und vor der Reise mit einem Arzt durch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung diskutiert werden.