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Vogelgrippe (Avian-Flu) in Asien

Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit, die überwiegend Vögel, vor allem Hühner und Puten befällt. Eine Übertragung vom Tier auf den Menschen ist selten, aber bei engem Kontakt zu infizierten Tieren möglich. Letzte Entwicklungen der Vogelgrippenepidemie in Asien lassen die Vermutung auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch in Einzelfällen zu. Die Untersuchungen, um diese Vermutung wissenschaftlich zu bestätigen, sind jedoch noch nicht zu einem abschliessenden Ergebnis gekommen.
  • Reisen in betroffene Länder werden nach gegenwärtigem Kenntnisstand als unbedenklich angesehen.
  • Der enge Kontakt mit erkrankten Tieren sollte jedoch vermieden werden.
  • Auf den Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten sollte verzichtet werden.
  • Der Verzehr von Vogelfleisch oder Eiern ist unbedenklich, wenn diese gut gekocht sind.
Seit über 100 Jahren ist eine virale Erkrankung bei Vögeln bekannt, die von influenzaartigen Viren ausgelöst wird. Erregerreservoir sind Zugvögel. Weitere Gattungen können befallen werden, andere Tierarten nur in seltensten Fällen. Im Tierreich sind 15 pathogene Subtypen des Influenza-Virus bekannt, wobei die meisten Epidemien durch den Typ A und die Subtypen H5 und H7 hervorgerufen werden. Derartige Epidemien, die häufig Hühner und Puten befallen, kommen weltweit vor.

Seit Ende 2003 sind mehrere Länder in Asien ( von Indien bis Japan) betroffen.

Seit 1997 ist bekannt, dass die Viren der Vogelgrippe bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tierarten auch auf den Menschen übertragbar sind. Damals wurden in Hongkong 18 Infektionen bei Tierhaltern nachgewiesen, von denen 6 verstorben sind.
Bei einer anderen Art von Vogelgrippe (H7N7) kam es 2003 in den Niederlanden zu einem Ausbruch mit 89 Erkrankten und einem Verstorbenen. Auch hier fand die Übertragung durch direkten Tierkontakt statt. Bei beiden Ausbrüchen war es in Ausnahmefällen zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch gekommen, bei der sich der weitere Krankheitsverlauf jedoch milder gestaltete.

Seit Dezember 2003 wurden in Vietnam und Thailand erneut Influenza-Viren H5N1 beim Menschen nachgewiesen. In einigen Fällen verlief die Erkrankung tödlich. Bei allen Infizierten bestand ein enger Kontakt zu betroffenen Tierarten, in den übrigen Einzelfällen ist der Übertragungsweg noch unklar.

Nach Expertenmeinung ist für die Zukunft aber nicht völlig auszuschließen, dass eine gleichzeitige Infektion mit Viren der Vogelgrippe und für den Menschen pathogenen Influenza-Viren zu einer Mischung des Genommaterials der Viren führen könnte, mit der Folge einer möglichen Übertragung von Mensch zu Mensch. Einige antivirale Substanzen haben bei ersten Behandlungsversuchen einen positiven Effekt auf den Verlauf der Erkrankung gezeigt. Die Influenzaimpfstoffe zur Prävention der menschlichen Grippe sind zwar nicht gegen Vogelgrippe wirksam, werden aber empfohlen, um einen gleichzeitigen Befall von menschlichen und tierischen Influenza-Viren zu verhindern. Eine Gefährdung von Reisenden in die betroffenen Länder besteht gegenwärtig nicht.

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme erscheint das Meiden von Geflügel in den betroffenen Ländern d.h. Verzicht auf Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten. Nach heutigem Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse ist der Verzehr von gekochtem Vogelfleisch oder Eiern unbedenklich. Inwieweit rohe Nahrungsmittel zu einer Übertragung führen können, ist bisher unklar.

Auswärtiges Amt, Stand: 02.Februar 2004
 

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