Malaria - Todesfall in München
Stand: 21. März 2004
Eine 38-jährige Münchnerin ist in der vergangenen Woche an den Folgen einer schweren Malariaerkrankung gestorben. Gemeinsam mit Ihrem Lebensgefährten hatten die beiden im Februar zwei Urlaubswochen in Kenia verbracht. Beide verzichteten auf die von der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) empfohlene Malariaprophylaxe für Kenia. Schon kurz nach der Rückkehr bekam Carola B. plötzlich hohes Fieber und klagte über Bauchschmerzen. Der Besuch beim Hausarzt brachte keine aufklärende Diagnose - ohne Verdacht auf Malaria und mit Zäpfchen gegen die Bauchschmerzen verließ Carola B. die Praxis wieder. In den folgenden Tagen verschlechterte sich der Zustand der Patientin weiter. Am Vormittag des 15.03.2004 lag Carola B. noch immer mit Bauchschmerzen im Bett, als ihr Lebensgefährte sich auf den Weg in die Arbeit machte - am Abend war sie tot. "Der Krankheitsverlauf bei dieser Patientin ist nicht untypisch für Malaria - es kann lebenswichtig sein, sich folgende Faustregel zu merken: Immer an Malaria denken, wenn man aus einem Land mit Malaria Risiko zurückkommt", warnt Prof. Dr. Hans-Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut München, der auch Mitglied der DTG ist.
Prophylaxe kann Leben retten
"Wer in Länder reist, die ein hohes Malaria Risiko haben, der sollte unbedingt eine Malariaprophylaxe oder ein Notfallmedikament dabei haben. Trotz dringend empfohlener Mückenschutz-Maßnahmen kann man sich nicht völlig darauf verlassen, nicht gestochen zu werden. Mit der Einnahme vorbeugenden Medikamente kann auch noch kurz vor Reisebeginn anfangen werden - wichtig ist, dass man sich gegen diese potentiell tödliche Erkrankung schützt", empfiehlt Nothdurft. Die Erreger der Malaria werden durch Stechmücken übertragen. Diese sogenannten Anopheles-Mücken sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Bei rechtzeitigem Erkennen einer Infektion, gibt es auch wirkungsvolle Therapien gegen die Erreger der Malaria. "Wir können Malaria behandeln - aber nur wenn wir möglichst früh in den Vermehrungszyklus des Parasiten eingreifen können. Leider ist das nicht immer der Fall", berichtet Nothdurft aus dem Alltag im Tropeninstitut. Nach Angaben des Robert-Koch Institutes (RKI) in Berlin erkranken etwa 1000 Menschen jedes Jahr in Deutschland an einer Malaria.
Reisende achten zu wenig auf ihre Gesundheit
Laut einer Studie, die von dem Europäischen Gremium für Gesundheit auf Reisen (ETHAB) durchgeführt wurde, verzichtet etwa ein Drittel aller Menschen, die in ein Land mit hohem Malaria Risiko reisen, auf die notwendige Malariaprophylaxe. "Dieser jüngste Todesfall bestätigt leider, dass auch offenbar harmlose Badeferien in den Tropen dramatische Folgen haben kann", warnt der Tropenmediziner Nothdurft. Die beiden Münchner hatten ihren Urlaub in der Nähe der Hafenstadt Mombasa an Kenias Ostküste verbracht.
Die Studie der ETHAB, die unter anderem auch am Flughafen Franz-Josef-Strauss in München durchgeführt wurde, belegt dass es beim Impfschutz noch größere Gesundheitslücken gibt. Von 8.000 befragten Touristen hatten fast 75% aller Reisenden in Länder mit hohem Hepatitis Risiko keinen entsprechenden Impfschutz. Die deutschen Tropeninstitute empfehlen die vorbeugende Impfung gegen die Erreger der infektiösen Leberentzündungen nicht nur für die Tropen sondern auch für Länder des Mittelmeerraums wie z.B. die Türkei, Ägypten.