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Reisender stirbt an Tollwut
Stand: 20. Mai 2004

Ein 60-jähriger Mann ist am Dienstag nach einer Tollwut-Erkrankung gestorben. Wie das Münchner Klinikum Großhadern mitteilte, war der Mann während eines Indien-Aufenthalts vermutlich von einem Hund gebissen worden und hatte sich mit dem Tollwut-Virus infiziert. Bei einem Arztbesuch in Indien wurde an die Ansteckung vermutlich nicht gedacht - mit fatalen Folgen.
"Nicht jeder Infizierte erkrankt an Tollwut, aber jeder Erkrankte stirbt - das ist der traurige Leitsatz für die Tollwut", erläutert Prof. Hans Dieter Nothdurft vom Münchner Tropeninstitut. Der Tollwut-Erreger findet sich im Speichel von Tieren und kann z.B. durch einen Biss übertragen werden, aber auch über Hautverletzungen oder direkten Kontakt des infektiösen Tierspeichels mit der menschlichen Schleimhaut.
Dennoch wird man nicht jedem Reisenden eine Tollwutimpfung vor der Reise empfehlen. Auch sofort nach dem Biß oder Speichelkontakt kann man in der Regel noch rechtzeitig impfen.
Aber: der Reisende muß selbst wissen, was zu tun ist, wenn etwas passiert!
Dazu muß er sich vor der Reise beraten lassen. Dann kann er sich im Falle einer Verletzung richtig verhalten und selbst gerade auch im Ausland für die notwendigen Maßnahmen Sorge tragen.

Die Dauer zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, die so genannte Inkubationszeit, beträgt in der Regel zwischen 3 Wochen und 3 Monaten, teilweise ist sie aber noch länger. "Eine sofortige Impfung kann die Krankheit verhindern. Gegen die Tollwut selbst gibt es keine Therapie", erklärt Prof. Nothdurft. Prinzipiell können viele Tiere den Tollwut-Erreger übertragen. Im vergangenen Jahr ist z.B. ein Schotte nach einem Fledermausbiss verstorben. In Deutschland haben großflächige Impfkampagnen bei Füchsen das Virus stark zurückgedrängt. "Doch man kann sich nie sicher sein, ob ein Tier infiziert ist oder nicht", warnt Prof. Nothdurft.

Immer weniger Touristen sorgen vor. Das Tropeninstitut in München registriert seit etwa 2 bis 3 Jahren, dass immer weniger Reisende eine Gesundheitsvorbereitung für nötig halten. Eine große Umfrage am Münchner Flughafen ergab, dass nur die Hälfte aller Fernreisenden vor Urlaubsantritt sich über das Reiseland informieren - mehr als 70% hatten z.B. keine Impfung gegen die häufigste Reisekrankheit, Hepatitis A, die so genannte "Reise-Gelbsucht". "Vor wenigen Wochen hatten wir einen Malaria-Toten, jetzt einen weiteren Todesfall wegen Tollwut. Das ist sicher ein trauriger Zufall. Doch auch zu uns ins Tropeninstitut kommen immer weniger Menschen, um sich beraten und gegen die wichtigsten Reisekrankheiten impfen zu lassen. Daher überrascht es uns leider nicht, dass solche tragischen Fälle vorkommen", kritisiert Prof. Nothdurft.
 

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