Erkrankung von Urlaubern an Hepatitis A in Ägypten
Stand: 29. August 2004
Nach einem Urlaubsaufenthalt im ägyptischen Badeort Hurghada sind mehr als 120 Touristen - darunter mehr als 100 Deutsche - an Hepatitis A erkrankt. Dies bestätigte ein Sprecher des Robert Koch Institutes (RKI) am Donnerstag in Berlin. Die Erkrankten haben sich in einem Hotel in Hurghada zwischen dem 10. Juni und Ende Juli aufgehalten. Da die Infektionsquelle nach wie vor ungeklärt ist, schließt das Robert Koch-Institut weitere Erkrankungen nicht aus. Bisher sind Urlauber im Alter zwischen 6 und 66 Jahren erkrankt. Ein Teil von ihnen wurde zur Behandlung in Krankenhäuser eingeliefert. Da die meisten der deutschen Urlauber inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind, kann das RKI eine weitere Übertragung der Krankheit nicht ausschließen.
Hepatitis A ist vor allem für ältere Menschen gefährlich !
Infektion und Krankheitsbild:
Die Virus-Hepatitis A oder Infektiöse Gelbsucht wird durch Hepatitis A-Viren übertragen. Es kommt zu einer Entzündung des Lebergewebes. Die ersten Beschwerden können 15 bis 45 Tage nach Infektion auftreten. Zu Beginn der Erkrankung kann es zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens, Dunkelfärbung des Urins, Hellfärbung des Stuhles und schließlich zur Gelbfärbung der Haut kommen. Der Krankheitsverlauf fällt individuell sehr unterschiedlich aus und wird von persönlichen Faktoren wie z.B. Alter und Gesundheitszustand mitbestimmt. So kann es zu Hepatitisinfektionen mit nahezu keinen Beschwerden kommen, im Gegensatz zu Hepatitisinfektionen mit schweren Verläufen bis hin zu Koma und Tod. Im Kindesalter können Infektionen ohne besondere Beschwerden erfolgen, während hingegen mit zunehmenden Alter die Infektion schwerer verläuft. Eine Hepatitis A Erkrankung kann Wochen andauern und verläuft nur in seltenen Fällen tödlich. Besonders gefährdet sind ältere Menschen.
Eine spezifische Behandlung existiert nicht.
Die
Übertragung der Hepatitis A - Viren erfolgt fäkal-oral durch eine Kontakt- oder Schmierinfektion: durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel, Eiswürfel, fäkaliengedüngtes Gemüse (z.B. Salate) oder auch Meeresfrüchte (z.B. Muscheln und Austern), aber auch durch engen Personenkontakt oder gemeinsame Benutzung von Sanitäranlagen.
Schutzimpfung empfohlen:
"Die Impfung gegen Hepatitis A ist der einzig wirklich sichere Schutz vor einer Infektion. Man kann Menschen sogar dann noch impfen, wenn sich im direkten Umfeld bereits Ansteckungen ereignet haben. Diese sogenannte Riegelungsimpfung kann dann eine weitere Ausbreitung der Hepatitis A verhindern", weiß Dr. Schönfeld. "Allen Menschen, die Kontakt mit an Hepatitis A erkrankten Urlaubern haben, sollten daher ihren Arzt aufsuchen und sich gegebenenfalls impfen lassen", rät der Experte.
Quelle: Tropeninstitut München