Mumpsepidemie in England
Stand: 10. Februar 2005
Eine Mumpsepidemie hat die britischen Inseln erfasst. Wie die britische Gesundheitsbehörde (HPA) in
London bekannt gab, sind im Januar 2005 fast 5.000 - meist Jugendliche im Alter von 15-24 - an dieser
Virusinfektion erkrankt. Von den Krankheitsausbrüchen betroffen sind verschiedene Universitäten in allen
Landesteilen. Alleine in der letzten Januarwoche meldeten britische Ärzte mehr als 1.300 Verdachtsfälle.
Nach Angaben der britischen Behörden hat es im zweiten Halbjahr 2004 in Großbritannien fast
16.000 Mumpserkrankungen gegeben.
Um die sich ausbreitende Epidemie einzudämmen, führen die Behörden in Großbritannien Massenimpfungen
an betroffenen Universitäten durch. Zehntausende von Jugendlichen und Studenten wurden in den letzten
Wochen geimpft. Quelle: fit for travel
Mumps oder auch "Ziegenpeter" genannt ist eine Virusinfektion, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu
Mensch übertragen wird. Nach 17-21 Tagen kommt es neben Fieber und Kopfschmerzen vor allem zu einer
Entzündung und Schwellung der Ohrspeicheldrüsen ("Hamsterbacken"), aber auch zur Entzündung anderer
Drüsen wie der Bauchspeicheldrüse und der Keimdrüsen (der Hoden bzw. Eierstöcke). Nicht selten kann
die Folge eine Sterilität sein. Als Komplikation kann eine Hirnhautentzündung mit Beteiligung des
Hörnerven und bleibenden Hörschäden auftreten.
Reisende, die in Großbritannien Urlaub machen wollen, Austauschschüler und Studenten sollten sich
daher vor der Reise impfen lassen, wenn sie noch keinen Impfschutz haben und die Erkrankung nicht als
Kind durchgemacht haben.
Wenn noch kein Schutz gegen Masern und Röteln vorliegt, wird die Impfung als kombinierte Impfung gegen
alle 3 Krankheiten durchgeführt.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln
im Abstand von mindestens 4 Wochen. Impfungen sind Vorsorgeleistungen und daher von der Praxisgebühr
befreit. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.