Tollwut - Infektionsrisiko in vielen Reiseländern
Stand: 17. Februar 2005
Wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, sind durch Organspenden in Deutschland erstmalig sechs Patienten mit dem lebensgefährlichen Tollwutvirus infiziert worden. Drei Patienten sind - wie die Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO) in Neu-Isenburg am Mittwoch berichtete - an Tollwut erkrankt und derzeit in einem äußerst kritischen Zustand.
Die Organspenderin hielt sich im Oktober 2004 in Indien auf und wurde Berichten zufolge dort von einem Hund gebissen. Symptome, die auf eine Tollwut hinweisen, haben bei der Organspenderin, die an einem Herzstillstand verstarb, zum Zeitpunkt des Todes nicht vorgelegen. Labortestungen bestätigten am 17. Februar, dass die 26-jährige Spenderin durch den Hundebiss in Indien tatsächlich mit Tollwutviren infiziert wurde.
Bereits im Mai vergangenen Jahres starb ein 51-jähriger Mann in München nach einem Indienaufenthalt an Tollwut und im September ein 23-jähriger Mann aus Österreich nach einem Hundebiss in Marokko, ebenfalls an Tollwut.
Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erkranken weltweit 40.000-70.000 Menschen jährlich an Tollwut, ca. 30 000 allein in Indien. Aber auch in anderen Ländern Südostasiens und Asiens sowie in Afrika, in Mittelamerika und dem Norden Südamerikas besteht ein hohes Tollwutrisiko; ein Risiko besteht auch in anderen Ländern wie z.B. in Osteuropa. Hauptüberträger ist der Hund; allerdings können alle Warmblüter, also auch Affen, Katzen, Fledermäuse und Flughunde die Tollwut übertragen.
Tollwut ist eine Viruserkrankung, die von Tieren auf den Menschen übertragen wird und in der Regel immer tödlich endet. Die Inkubationszeit liegt meist zwischen 1-3 Monaten. Infektiös ist der Speichel eines tollwütigen Tieres, und zwar 3-5 Tage vor Ausbruch der Symptome bis zu seinem Verenden nach 7-10 Tagen. Der Mensch infiziert sich durch Bißverletzungen, aber auch durch Einbringen von deren Speichel in verletzte Hautstellen oder unverletzte Schleimhäute (Augen). Die Krankheit beginnt beim Menschen mit Schmerzen und Kribbeln im Bereich der meist bereits verheilten Bißstelle und führt über Krämpfe, Erregungszustände und Lähmungen innerhalb von 2 Wochen zum Tod.
Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO (die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts), bei erhöhtem Risiko wie z.B. einem längerem Aufenthalt in Ländern mit hohem Tollwutrisiko vorbeugend gegen Tollwut zu impfen.
Auch nach erfolgtem Tierbiss können entsprechende Impfungen die Erkrankung verhindern. Lassen Sie sich daher vor Reisen in Länder mit erhöhtem Tollwutrisiko ärztlich beraten.