Virusgrippe
Stand: Februar 2005
Jahr für Jahr sterben weltweit etwa eine Million Menschen an den Folgen einer Virusgrippe, auch Influenza
genannt. Die Erreger dieser schweren Erkrankung sind Viren.
Influenza-Viren sind weltweit verbreitet. Sie führen jedes Jahr im Winter zu sporadischen Erkrankungen,
lokalen Ausbrüchen oder Grippe-Epidemien, die sich in ihrer Intensität und Schwere unterscheiden.
In unseren Breiten tritt die Virusgrippe meist zwischen November und April auf. Influenza-Ausbrüche
dauern etwa 5 bis 8 Wochen.
Krankheitsbild:
Meist beginnt die Influenza plötzlich: aus meist völligem Wohlbefinden heraus treten u. a. Fieber,
Gelenk- und Muskelschmerzen, heftige Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, ein allgemeines
Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit auf. Auch ein trockener unproduktiver Husten spricht für eine
Grippe. Meist kommen noch Lichtscheu und Geräuschempfindlichkeit hinzu. Das Fieber, welches eine
Abwehrreaktion des Körpers auf den Virenangriff darstellt, kann Werte bis zu 41°C erreichen.
Erste Symptome treten schon 1 bis 2 Tage nach dem Kontakt mit Influenza-Viren auf. Da sich Influenza-Viren
sehr schnell im Körper ausbreiten, ist die Dauer von der Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn, die so
genannte Inkubationszeit, bei der Grippe sehr kurz. Die Patienten sind 1 bis 2 Tage vor und bis zu
7 Tage nach dem Auftreten der Symptome ansteckend.
Vorbeugung:
Die Maßnahmen zur Verhütung der Virusgrippe konzentrieren sich hauptsächlich auf die Impfung von
Risikogruppen. Weil die Influenza-Viren ständig ihre Struktur ändern, muss die Zusammensetzung des
Impfstoffes jedes Jahr neu angepasst werden. Daher ist es wichtig, die Grippe-Schutzimpfung
jährlich zu wiederholen.
Entsprechend den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts sollten folgende Personen gegen die Virusgrippe geimpft werden:
- Personen über 60 Jahre
- Personen mit chronischen Vorerkrankungen (z.B. der Lungen, Herz-Kreislauf, Leber und Nieren; Personen mit Diabetes, Immunschwäche, HIV-Infektion, Personen mit MS und durch Infektionen getriggerten Schüben), Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
- Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal); Personen, die als mögliche Infektionsquelle für betreute, ungeimpfte Risikopersonen fungieren können.
Die Grippe-Schutzimpfung ist keine Garantie, nicht an der Influenza zu erkranken. Etwa 10 bis 14 Tage
nach der Impfung hat Ihr Körper jedoch in der Regel genügend Antikörper gebildet, um vor einer Infektion
geschützt zu sein. Das gilt jedoch nur dann, wenn Sie mit ähnlichen Viren in Kontakt kommen, wie sie im
Impfstoff enthalten sind. Taucht ein neuartiges Virus auf, das im Impfstoff nicht berücksichtigt wurde,
sinkt der Impfschutz deutlich ab. Bei älteren Menschen und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem
kann die Wirksamkeit der Impfung ebenfalls geringer ausfallen.
Aktueller Stand in Deutschland (05. Kalenderwoche):
Die Virusnachweise in Deutschland nehmen deutlich zu. Eine hohe Aktivität herrscht jetzt nicht nur in Süddeutschland und in Brandenburg/Berlin,
sondern auch in Nordrhein-Westfalen, in Sachsen und Niedersachsen/Bremen. Hessen meldet eine erhöhte Aktivität.
Bisher betroffen sind vor allem Kinder und junge Erwachsene. Eine weitere Zunahme ist zu erwarten.