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Marburg-Hämorrhagisches Fieber in Angola
Stand: 09. April 2005

Am 6. April berichtete das Gesundheitsministerium von Angola, dass seit Oktober 2004 insgesamt 200 Erkrankungsfälle an Marburg-Hämorrhagischem Fieber gemeldet wurden. Insgesamt 173 Patienten sind bereits an der gefährlichen Infektionskrankheit gestorben. Die Fälle wurden vor allem aus den Provinzen Uige, Luanda, Cabinda, Malange, Kuanza Sul und Kuanza Norte gemeldet. Die Provinz Uige scheint der Ausgangspunkt und der zentrale Herd des Ausbruchs zu sein. Die Weltgesundheitsorganisation und das Gesundheitsministerium untersuchen in den betroffenen Regionen die Infektionsursache, um weiteren Erkrankungen vorzubeugen.


Bedeutung von Marburg-Fieber für Reisende

Die Gebiete der beiden grossen Ausbrüche im Kongo und in Angola sind keine Touristenziele. Es besteht daher für den normalen Afrikareisenden kein Ansteckungsrisiko.

Missionare, Entwicklungshelfer, insbesondere im medizinischen Bereich, die in obengenannte Regionen gehen, sollten jedoch über die Krankheit informiert sein. Rückkehrer aus diesen endemischen Gebieten müssen, insbesondere zu Zeiten eines Ausbruchs, angehalten werden, bei Auftreten von Fieber nach Rückkehr sofort einen Arzt zu informieren.


Informationen zur Erkrankung:

Die Infektion:
Das Marburg-Hämorrhagische Fieber wird durch ein fadenförmiges Filovirus verursacht. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Marburg-Fieber-Patienten, deren Blut, Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen übertragen. Häufig werden daher zunächst das Pflegepersonal und behandelnde Ärzte infiziert. Das Virus kann auf beschmutzten Oberflächen mehrere Tage überleben. Eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion beim Menschen scheint wenig wahrscheinlich. Das natürliche Reservoir des Erregers wird in Tieren in Subsahara Afrika vermutet, es konnte jedoch bisher nicht identifiziert werden. Die Verbreitung durch Moskitos gilt als ausgeschlossen.

Das Krankheitsbild:
Marburg Hämorrhagisches Fieber beginnt nach einer Inkubationszeit von 5 - 10 Tagen mit grippeartigen Beschwerden wie Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost und plötzlichem hohem Fieber. Ungefähr 5 Tage nach Beginn der Beschwerden kann ein fleckiger Hautausschlag auftreten. Im weiteren Verlauf treten Rachenentzündung, Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchbeschmerzen und Durchfall hinzu. Es kommt zur Verschlechterung des Allgemeinzustandes, zu schweren äußeren und inneren Blutungen und schliesslich zum Multi-Organversagen. Die Sterblichkeit beträgt abhängig von der Qualität der unterstützenden Massnahmen und der Pflege 25% - 80%. Unter schlechten medizinischen Bedingungen wie im Ostkongo und in Angola versterben die meisten Erkrankten.

Die Diagnose:
Die ärztliche Untersuchung des Kranken führt zunächst zur Verdachtsdiagnose "Hämorrhagisches Fieber", insbesondere bei:
  • Aufenthalt in einem der wenigen für MHF bekannten Regionen in Subsahara Afrika in den letzten 10 Tagen
  • Kontakt mit einem MHF Kranken oder seinen Körpersekreten etc
  • Tätigkeit in einer Forschungseinrichtung (Labor oder Tierhaltung), die sich mit Viren hämorrhagischer Fieber befasst.
Die Verdachtsdiagnose wird dann durch Untersuchungen in hoch spezialisierten virologischen Labors bestätigt.

Die Therapie:
Eine wirksame Therapie oder wirksame Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Wichtig für das Überleben der lebensbedrohlich Erkrankten sind eine optimale Pflege und die Behandlung der Komplikationen mit intensivmedizinischen Maßnahmen.

Die Marburg-Virus-Infektion gehört zu den Hämorrhagischen Fiebern des Menschen wie auch Gelbfieber, Dengue Fieber, Krim-Kongo-Fieber und Ebola-Fieber; sie gehören gleichzeitig zu den schwersten Infektionskrankheiten. Nur gegen Gelbfieber kann bisher vorbeugend geimpft werden. Bei allen hämorrhagischen Fiebern kommt zumindest bei schweren Krankheitsverläufen zu einer deutlichen Blutungsneigung, die sich durch Blutergüsse unter der Haut, Blutungen der Schleimhäute des Auges, im Mund und im Magen-Darm-Trakt, aber auch an anderen Organen des Körpers zeigen kann.
 

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